Change Request ist eine der interessantesten Bands, die die deutsche Jazzszene derzeit zu bieten hat. In ihrer 3-jährigen Bandgeschichte erspielten sie sich in über 80 Konzerten und zwei CD Aufnahmen einen Namen und gewannen 2008 den „Internationalen Jazzpreis Straubing“. Im April 2010 veröffentlichten sie ihr zweites Album „Die erträgliche Leichtigkeit des Seins“ beim Label Egolaut Leipzig. Change Request kann als Baby und sicherlich in ein paar Jahren als Urgestein des Labels Egolaut bezeichnet werden.
Durchtränkt und gestärkt aus ihrem künstlerischen Umfeld in Leipzig entstehen starke Kompositionen der vier eigenwilligen jungen Persönlichkeiten. Antonio Lucaciu (Sax), Sascha Stiehler (Piano), Matze Eichhorn (Bass) und Jan Roth (Drums) spielen Eigenkompositionen, die von modernem Jazz, zeitgenössischer Musik und Improvisationen geprägt sind. Ihre Songs sind beflügelt vom regen Austausch mit Kunstschaffenden, sowohl der Bildenden Kunst als auch der Neuen Musik. Individuelle Musiker mit renommierten Persönlichkeiten zu vergleichen, schränkt die Kunst im Sinne eines Genre-Kategorie-Denkens ein, kann den Interessenten jedoch auch einen Eindruck des Ideenreichtums von Change Request vermitteln. Stellen Sie sich vor, Wayne Shorter käme aus Leipzig und Bela Bartok, Arnold Schönberg und Olivier Messiaen wären seine Freunde!
Die Aufbruchstimmung der Leipziger Kunstszene spiegelt sich in ihrem Spiel wider, zählen sie sich doch zu den treibenden Kräften dieser neuen, jungen Generation, welche sich für „mehr Raum für die Kunst“ mit Leib und Seele einsetzt.
... Change Request ...
Das erste Album von Change Request - EP (2008)
Das neuste Album von Change Request - Die erträgliche Leichtigkeit des Seins (2010)
http://www.myspace.com/changerequest
Der Pianist und Saxophonist der Band gründeten ein eigenes Ensemble namens Duo Lucaciu/Stiehler, welches noch stärker vom improvisatorischen Spiel und der individuellen Ausdrucksweise zweier Instrumente geprägt ist. Sascha Stiehler und Antonio Lucaciu musizieren und komponieren seit über 6 Jahren fast täglich miteinander, sind Gründer des Musiklabels Egolaut und Initiatoren des Jazzclub „Telegraph“ in Leipzig. Gemeinsam gewannen sie zahlreiche Preise, wie den „Leipziger Jazzpreis“ oder den „Internationalen Jazzpreis Straubing“. Sie sind Stipendiaten der „Hans und Eugenia Jütting Stiftung“ und Künstler des „Forum Tiberius“.
Antonio Lucaciu und Sascha Stiehler
Das Album von Duo Lucaciu/Stiehler - Traumfresserchen (2009)
http://www.myspace.com/duostiehlerlucaciu
http://www.myspace.com/duostiehlerlucaciu
Doch das ist natürlich noch lange nicht alles, was die Leipziger Jazzszene zu bieten hat. Das Trio Apfelkomplott - Phillip Scholz (Drums), Robert Lucaciu (Bass) und Basti Wehle (Tenorsax), bringt mit seiner quirligen Musik jede einzelne Persönlichkeit musikalisch zur Geltung. Jeder findet seinen Platz innerhalb des Sounds der Band: Phillip als Energietier, Instrumentationskönig und fester Baumstamm der Band, Robert als großer Empath, ein filigraner Virtuose, der immer wieder den Kampf in und mit der Musik sucht und Basti das Soundgespenst, ein Lyriker und "Säulenästhet". Doch das soll als Eindruck noch nicht reichen – zusammen ergibt dieses Konglomerat aus eigensinnigen, kreativen Ideen ein großes musikalisches Spektrum, das kompositorisch und improvisatorisch von ganz unterschiedlichen Meistern wie Joe Henderson, Ornette Coleman oder dem Fly Trio geprägt ist. Flexibilität ist beim Spielen und Hören dieser Band gefragt!
Die eigenen Ideen und Experimentierfreudigkeit jedes Einzelnen der Band lassen immer wieder neue Stücke entstehen. Mal sind diese von klarer linearer Struktur, in sich selbst drehend wie ein Kreisel, und von Harmonie geprägt. An anderen Stellen mutet die Musik Stücken von Bartok, Schostakowitsch und Schönberg an. Die rhythmische Ebene steht dabei im Zentrum der musikalischen Aufmerksamkeit, ist Spielwiese und Fundament gleichermaßen, worauf sich die Töne und Melodien des Saxophons ausbreiten können. Letztlich ist es der Zusammenklang, der wie ein Nährboden für Rhythmusblumen und Melodieblüten entsteht: Das Ganze zählt, das Detail fügt sich darin ein.
Apfelkomplott sucht zweifelsfrei ein Livepublikum, das den Reiz ihrer Musik in der Spontaneität und Vitalität, die eben nur konzertant transportiert werden kann, mit offenen Ohren wahrnimmt. Das Trio hat kein Interesse daran, Leute mit technischem Können und künstlerischer Versiertheit zu beeindrucken. Die Musiker von Apfelkomplott spielen, was sie hören und schicken ihr Publikum auf eine Reise durch den eigenen Kosmos - alles ist erlaubt, nichts erscheint unmöglich. Der Zuhörer erlangt somit die Fähigkeit den ehrlichen und wunderbaren Geist improvisierter Musik zu erleben, mit Rhythmen zu pulsieren und in ein Meer von Sound hinein zu springen.








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